Umfrage Ergebnisse
ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG:
RÜCKKEHR AFRIKANISCHER STUDENTEN NACH IHREM STUDIUM
Welche Zukunft gibt es für afrikanische Akademiker? Eine Herausforderung, die von afrikanischen Studenten in der Diaspora während des Schlusskolloquiums des Projektes AVOIR formuliert wurde und in einer studentischen Abschlusserklärung (STUDENTEN ERKLÄRUNG) Ausdruck fand.
Seit einigen Monaten wird diese Initiative von der Europäischen Union unterstützt und getragen von:
- Kommune Senigallia (Italien)
- Fafrad « Fédération des Associations Franco-africaines de développement » (Frankreich)
- L´université de Joanina (Griechenland)
- Integration e.V. ( Oldenburg,Deutschland)
In zehn europäischen Ländern( Deutschland, Österreich, England, Belgien, Holland, Zypern, Italien, Schottland, Frankreich, und Polen) wurde eine breit angelegte Umfrage gemacht, deren Ziel es war, die freiwillige Rückkehr afrikanischer Studenten am Ende ihres europäischen Universitäts- oder Fachhochschulstudiums als einen positiven Faktor für die Entwicklung Afrikas zu nutzen. Dies soll durch konkrete Maßnahmen geschehen, die verstärkt zur Reduzierung der Armut in Afrika beitragen.
Der Verein Integration e.V. hat die Untersuchung in vier der zehn europäischen Länder durchgeführt, in Belgien, Österreich, Schottland und natürlich Deutschland.
Hauptziele
Sensibilisierung der afrikanische Studenten, die in einem der Länder der europäischen Union studieren, für die Idee der freiwilligen Rückkehr (im Sinne einer Kreismigration)
Information der lokalen, öffentlichen und europäischen Institutionen, die Vereinigungen der Migranten und der Universitäten hinsichtlich der Entscheidung der afrikanischen Studierenden im Hinblick auf eine freiwillige Rückkehr.
Entwicklung von Strategien für eine Unterstützungspolitik für die Studenten südlich der Sahara , die in ihr Herkunftsland zurückkehren wollen.
Spezifische Ziele
- Erfassen der Meinung der afrikanischen Studenten bezüglich der Rückkehr nach der Beendigung des Studiums
- Herausarbeitung von Faktoren, die für öffentliche oder private Stellen von Interesse sind, um eine Rückkehr der Studenten südlich der Sahara in ihr Herkunftsland zu unterstützen.
- Feststellung der Anzahl der Afrikaner, die vorhaben zurückzukehren; Entwicklung unternehmerischer Aktivitäten
ART DER UNTERSUCHUNG
Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine soziologische Untersuchung, die die Meinung einer spezifischen Zielgruppe, hier die in Europa studierenden Afrikaner, feststellen will in Bezug auf eine genau bestimmte Fragestellung, nämlich die Frage nach der Rückkehr nach Abschluss des Studiums, im Zusammenhang mit vorher festgelegten Variablen.
UNTERSUCHTE ZIELGRUPPE
In diese Studie sind alle in Deutschland Studierende eingeschlossen, deren Herkunftsland südlich der Sahara liegt.
ZEITRAUM DER UNTERSUCHUNG
Die Untersuchung erstreckt sich über den Zeitraum von drei Monaten, von Mai 2008 bis Juli 2008.
ZUSAMMENSTELLUNG DER FAKTEN
- Die Untersuchung fand in ungefähr dreißig Universitäten und Fachhochschulen innerhalb Deutschlands statt. Integration e.V., einer der Vereine, der diese Umfrage veranstaltet, hat sich auf ungefähr zwanzig Städte mit einem hohen Anteil afrikanischer Studenten gestützt, z.B: Hamburg, Köln, Berlin, Bremen, Bochum, Oldenburg, etc.
- Die Vereine oder mit dem Projekt beauftragte Personen werden angewiesen, den afrikanischen Studenten , die in der gleichen Region oder angrenzenden Gebieten wohnen, die Fragebögen auszuteilen.
- Die Fragebögen werden ohne Berücksichtigung vorab festgelegter Kriterien bezüglich des Herkunftslandes oder des Alters, des Geschlechts, etc. an die Betroffenen ausgegeben.
- Jeder Student füllt ein Exemplar des Fragebogens aus.
- Bei der Rückgabe der Fragebögen wurde nur die Vollständigkeit der Angaben überprüft. Anschließend erfolgten die Kodierung und die statistische Auswertung der Angaben mit Hilfe der Software Matlab.
Die Meinungsforscher haben den Studenten die Art und die Nützlichkeit der so gesammelten Informationen erläutert, um Missverständnisse und im Besonderen die Zwangsabschiebung der afrikanischen Studenten aus den betreffenden europäischen Ländern zu vermeiden.
MERKMALE/ EIGENSCHAFTEN DER BEGFRAGTEN STUDENTEN IN DEUTSCHLAND
473 afrikanische Studenten wurden in Deutschland befragt. 75% der befragten Studenten waren zwischen 18 und 29 Jahre alt, 25% hingegen waren zwischen 30 und 44 Jahre alt.

Es wurden vornehmlich männliche Studenten (69%) befragt. Frauen, die aus den Ländern südlich derSahara kommen, stellen nur einen Anteil von 31% dar.

90% der Befragten haben keine Kinder.
Hinsichtlich ihres Status sind die meisten Studenten nicht verheiratet 82% sind ledig, 15% verheiratet, 3% geschieden.

Bezüglich der nationalen Zugehörigkeit gibt es ein Ungleichgewicht: 90% der befragten Studenten stammen aus Kamerun und aus Senegal. Die befragten Studenten, die aus den Ländern südlich der Sahara kommen, sind vornehmlich französichsprachig. Diese Ergebnisse sollten nicht zu der Schlussfolgerung führen, dass die afrikanischen Studenten aus Kamerun und Senegal innerhalb der deutschen Studentenschaft überrepräsentiert wären, sondern diese Tatsache zeigt den Wunsch nach landsmannschaftlicher Gemeinschaft bei der Wahl eines Gastlandes, in dem das Studium aufgenommen werden soll.
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Pays de provenance es étudiants interrogées |
Pourcentage |
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Cameroun |
59% |
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Congo |
3% |
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Nigeria |
2% |
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Ghana |
2% |
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Gabon |
3% |
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Erytrée |
--- |
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Ethiopie |
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Namibie |
1% |
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Sénégal |
30% |
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Afrique du Sud |
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Zusammenfassung
Die wesentlichen Aspekte unserer Stichprobe zeigen, dass wir es mehrheitlich mit Kamerunern und senegalesischen Studenten zu tun haben, die zwischen 19 und 29 Jahre alt, vornehmlich männlich und ledig sind.
Es gilt festzustellen, dass 52% der afrikanischen Studenten, die aus Ländern südlich der Sahara stammen und in Deutschland studieren, die Kameruner Staatsangehörigkeit besitzen.
Die Rückkehr Frage

Was die Absicht ins afrikanische Herkunftsland zurückzukehren betrifft, zeigt uns die Graphik eine besondere Situation: 50% der befragten Personen äußern ihre Absicht, ins Heimatland zurückkehren zu wollen, während 50% der Befragten in Deutschland bleiben möchten. Diese deutliche Ausgeglichenheit macht deutlich, dass die Einstellung der in Deutschland Studierenden sehr uneinheitlich und unentschieden ist.
Eine zusätzliche Analyse, die das Alter und den Wunsch auf Rückkehr in Beziehung setzt, zeigt etwas Wesentliches: Von den 18-19 Jährigen wollen 54% zurückkehren, während 46% in Deutschland bleiben möchten. Der Meinungsunterschied in dieser Altersklasse ist also deutlich. Der Meinungsunterschied bei der Altersklasse 30 bis 44: hingegen ist deutlicher, jedoch in umgekehrter Weise: hier wollen 59% in Deutschland bleiben, während nur 41% zurückkehren möchten.
Das Alter scheint also ein entscheidender Faktor bezüglich der Frage der Rückkehr ins Herkunftsland zu sein
Anschließend haben wir versucht zu erforschen, in welchem Maße der Status eine entscheidende Rolle in der Meinungsbildung der befragten Personen bezüglich der Rückkehr spielen könnte.
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Personnes favorables au retour dans le pays d’origine |
Personnes favorables à une permanence en Allemagne |
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Personnes célibataires |
44% |
38% |
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Personnes mariées |
4% |
10% |
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Personnes divorcées |
2% |
2% |
Man muss feststellen, dass die Ledigen eher bevorzugen, in ihr Heimatland zurückzukehren. Wenn wir diesen Aspekt genauer als oben untersuchen, indem wir die unverheirateten Personen allein betrachten, wird deutlich, dass 54% der Ledigen in ihr Herkunftsland zurück wollen im Gegensatz zu 46%, die bleiben möchten. Diese Feststellung kehrt sich jedoch um, wenn wir die Aussagen der Verheirateten betrachten: Das untere Schaubild zeigt, dass diese Gruppe eine Verlängerung ihres Aufenthaltes in Deutschland favorisiert. Wenn wir auch hier die Gruppe der Verheirateten isoliert betrachten, äußern 71%, dass sie in Deutschland bleiben wollen. Diese Gruppe ist nur wenig an einer Rückkehr in ihr Herkunftsland interessiert. So scheint die Frage des Familienstandes ein entscheidender Faktor hinsichtlich der Rückkehrproblematik zu sein.
Diese zuletzt gemachte Feststellung wird deutlich illustriert durch die Schaubilder, die einen Überschneiden der Kriterien Geschlecht, Familienstand und Einstellung bezüglich der Rückkehrfrage zeigen.

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Hier zeigt sich deutlich, welche Bedeutung der Status für die befragten Frauen hat. Tatsächlich kann man feststellen, dass die befragten verheirateten Frauen nur sehr wenig geneigt sind, zurückzukehren. Von den insgesamt befragten verheirateten Personen stellen die Frauen einen Anteil von 68%; 79% davon wollen in Deutschland bleiben. Wie das Schaubild zeigt, ist dieser deutliche Meinungsunterschied keineswegs bei der männlichen befragten Gruppe zu beobachten. Tatsächlich hält sich die Anzahl der Männer, die in ihr Herkunftsland zurückkehren wollen, die Waage mit denen, die in Deutschland bleiben möchten. Die Untersuchung zeigt also auf, dass mehr als ¾ der verheirateten Frauen, die aus Ländern südlich der Sahara stammen und in Deutschland studieren, nicht die Absicht haben, in ihr Herkunftsland zurückzukehren.

Die oben abgebildeten Tabellen geben Anlass, die Frage der Rolle des Geschlechts in Bezug zu der Einstellung der ledigen Männer zu untersuchen.Wir vervollständigen die Angaben wie folgt:
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Personnes favorables au retour dans le pays d’origine |
Personnes favorables à une permanence en Allemagne |
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Personnes célibataires interrogées de genre féminin |
60% |
40% |
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Personnes favorables au retour dans le pays d’origine |
Personnes favorables à une permanence en Allemagne |
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Personnes célibataires interrogées de genre masculin |
52% |
48% |
Die folgenden Angaben der ledigen Studenten zeigen, dass die Meinung der befragten Männer weniger klar als die der Frauen ist. Letztere sind stärker an einer Rückkehr interessiert sowohl innerhalb ihrer Kategorie als Frau als auch innerhalb der Gruppe der Ledigen im Allgemeinen. Im Rahmen unserer Befragung von 473 Personen gibt es 388 Ledige, von denen 306 Männer und 82 Frauen sind. In der Logik der Extrapolation möchten wir die Angaben herausarbeiten, die wir erhalten hätten, wenn eine gleiche Anzahl Männer und Frauen, d.h. 82, befragt worden wäre. Wir kommen also zu folgendem Ergebnis: 42 Männer wären für eine Rückkehr, während 40 für einen Verbleib in Deutschland wären. Auf der Seite der Frauen wären 49 für eine Rückkehr gegenüber 33 für einen Verbleib in Deutschland.
So zeigt sich, dass deutlich mehr ledige Frauen als Männer einer Rückkehr positiv gegenüberstehen und die ledigen Männer eine weniger klare Position beziehen.
Die Position der einen oder anderen zur der Frage der Rückkehr sollte sicher auch in Bezug zu dem Herkunftsland betrachtet werden. Man kann hervorheben, dass das Herkunftsland ein Kriterium ist, das besondere Betrachtung verdient.

Zuerst einmal ist es interessant festzuhalten, dass keiner der Studenten aus Ghana und Gabun beabsichtigen, nach Abschluss des Studiums in Deutschland zu bleiben. Ein weiterer interessanter Aspekt betrifft die beiden größten studentischen Gemeinschaften: die aus dem Kamerun und Senegal. Tatsächlich wünschen 162 Kameruner Studenten (58%) nach Kamerun zurückzukehren gegenüberr 117, die bleiben möchten. Die Antworten der senegalesischen Studenten ergeben ein entgegengesetztes Bild: 41 (29%) von ihnen möchten ins Heimatland zurückkehren während 101 Studenten aus dem Senegal eher in Deutschland bleiben möchten.
Schließlich hat die Untersuchung gezeigt, in welchem Maße die Art des Studiums die Entscheidung über eine Rückkehr beeinflussen kann oder nicht.

Man kann feststellen, dass die Afrikaner, die aus Ländern südlich der Sahara kommen und in Deutschland studieren, folgende Studiengänge bevorzugen :
(Tele)Kommunikation/Medien/Journalismus (50%), Medizin (13%), Finanzen/Ökonomie/Wirtschaft (8%), Produktion (15%), Jura(7%). Es ist uns wichtig festzuhalten, dass Schlüsselbereiche für die Entwicklung, wie z.B. Agrarwirtschaft oder Erziehung in Europa nur sehr wenig von den von uns befragten Studenten belegt werden. Es ist besonders interessant festzustellen, dass das Studienfach keinen entscheidenden Einfluss bezüglich der Frage der Rückkehr hat. Das Schaubild zeigt für jede Studienrichtung quasi eine gleiche Anzahl Studenten, die ins Heimatland zurückkehren oder in Deutschland bleiben wollen. Das legt die Vermutung nahe, dass , ganz gleich welches Fach studiert wird, vorausgesetzt , dass das Ziel der Fortsetzung des Studiums in dem tatsächlichen Ausüben eines Berufes endet, der im Zusammenhang mit dem Studium steht, die afrikanischen Studenten in Deutschland davon ausgehen, die gleichen Chancen hinsichtlich der Berufsausübung in Deutschland oder in ihrem eigenen Land zu haben.
Schließlich wurden die befragten Studenten gebeten, die Institution zu nennen, die ihrer Meinung nach am besten geeignet sei, die beabsichtigte Rückkehr in die Heimatländer zu unterstützen. Drei Möglichkeiten wurden ihnen vorgeschlagen: ihre Gastuniversität, eine deutsche Einrichtung in der Gegend ihres deutschen Wohnsitzes, eine europäische Agentur.
Die gegebenen Antworten sind eindeutig: Der Teil der Studenten, der meint, dass die Universitäten und die örtlichen Einrichtungen am Geeignetesten seien, ihre Rückkehr zu unterstützen, ist ungefähr gleich groß: 29% und 27%.
Die Mehrheit unter ihnen jedoch favorisiert die Neugründung einer europäischen Agentur, die sich dieser Aufgabe annimmt
Leiter Integration e.V.
Lobe Ndoumbe, Cyrille




