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Europäisches Forum der afrikanischen Studenten über die zirkuläre Migration
und die freiwillige Rückkehr für die Entwicklung Afrikas

 

STUDENTISCHE ERKLÄRUNG

Wir, Studenten und Vertreter der afrikanischen studentischen Diaspora aus Italien, Frankreich, Deutschland, Holland, Österreich, Schottland, England, versammelt am 18., 19., 20. Juni. 2009 in Senigallia (Italien), im Rahmen der Abschlusskonferenz des europäischen Projekts A.V.O.I.R (Hilfe für die Orientierung und Information zur Rückkehr in ihr Herkunftsland der Studenten aus Afrika unterhalb der Sahara)

In Erinnerung an die Erklärung des Jahrtausends (8. September 2000) und genauer gesagt, die Ziele der Entwicklung des Jahrtausends (ODM), die auf der Reduzierung der Armut zielte.

In Erinnerung an den Vertrag von Lomé (7. Juli 1999), vor allem Artikel 19 des Kapitels 1 des Schriftstücks 1, in dem unterstrichen wird, dass das zentrale Ziel der Kooperation ACP-CE die Reduzierung und auf Zeit die Abschaffung der Armut, die dauerhafte Entwicklung und die zunehmende Integration der Länder ACP in der Weltwirtschaft ist.

In Erinnerung an die Erklärung der Ratssitzung und der Staatsvertreter der EU Mitgliedstaaten im europäischen Parlament und in der Kommission über Politik und Entwicklung der europäischen Union, versammelt und unter dem Namen „ die europäische Übereinstimmung“ (2006/C 46/01) am 20. Dezember 2005 angenommen. Diese Erklärung erwähnt deutlich das Bedürfnis, aus der Migration einen positiven Faktor für die Entwicklung durch Förderung von konkreten Maßnahmen zu machen, um den Beitrag der Migranten in der Reduzierung der Armut zu stärken.

In Erinnerung an den Aktionsplan von Rabat, stammend aus der ersten euroafrikanischen Ministerkonferenz über Migration und Entwicklung, die am 10. und 11. Juli 2006 in Rabat stattgefunden hat. Unter den vorgeschlagenen Maßnahmen für die Förderung der Entwicklung in Afrika wird die Verleihung einer technischen Hilfe für die Migranten empfohlen, die ein Unternehmens Projekt in ihrem Herkunftsland entwickeln möchten, vor allem im Rahmen des Centre UE-ACP für die Entwicklung der Unternehmen (CDE).

In Erinnerung an die zweite euroafrikanische Ministerkonferenz vom 25. November in Paris über Migration und Entwicklung, wo in einem Übereinstimmungsgeist ein neues dreijähriges Kooperationsprogramm angenommen wurde(2009/2011), in dem die Staaten sich bereit erklären, konkrete Aktionen zu führen, um das Zusammenwirken zwischen Migration und Entwicklung zu fördern, besonders:

die Verstärkung der Migrationspolitik, das stärkere Zusammenwirken der Diaspora in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Herkunftslands, die Vereinfachung der Geldtransfer und das Praktizieren der zirkulären Migration.

Es wurde als sehr wichtig erkannt, das die studentische afrikanische Diaspora in Europa von Seiten der EU, der afrikanischen Staaten, der örtlichen Einrichtungen und der Weltbank in der Entwicklung ihres Herkunftslandes assoziiert werden sollte.

Es wird die Notwendigkeit bestätigt, die zirkuläre Migration, die freiwillige Rückkehr der afrikanischen Studenten am Ende ihres Studiums in ihr Herkunftsland zu fördern. Dies wird ermöglicht durch die Finanzierung der Projekte je nach den örtlichen Notwendigkeiten (zum Beispiel: Unternehmen oder Entwicklung Projekte).

Angesichts der Ergebnisse der Untersuchung bei 2000 afrikanische Studenten in 10 Ländern der EU im Rahmen des europäischen Projekts A.V.O.I.R, ist deutlich zu sehen, dass die afrikanischen Diplomstudenten, die in Europa erworbenen Kompetenzen in ihrem Herkunftsland aufwerten möchten.

Es wird erkannt wie wichtig die Rolle der studentischen Diaspora in dem Transfer der Kenntnisse, dem interkulturellen Dialog zwischen Europa und Afrika, die Internationalisierung der europäischen Unternehmen in Afrika, die Beförderung der Demokratie und der Menschenrechte ist.

Es wird deutlich ausgedrückt, dass die Politik zur Anregung von Unternehmens Gründungen in den Herkunftsländern durch die afrikanischen Studenten, die ihr Studium in Europa beendet haben, einen Einfluss im Kampf gegen Armut haben wird.

Lasst uns erkennen, wie wichtig wir in der Entwicklung unserer Herkunftsländer sein können.

Lasst uns einen Appell an die Afrikanische Union richten, damit sie sich mit einer pragmatischen und realistischen Politik ausstattet, mit dem Ziel, die zirkuläre Migration und die freiwillige Rückkehr der Studenten in ihr Herkunftsland zu ermutigen.

Lasst uns einen Appell an die Regierungen der afrikanischen Länder unterhalb der Sahara richten, damit sie Vorrichtungen und Strategien schaffen, um diese freiwillige Rückkehr der studentischen Diaspora zu ermöglichen. Und dafür bitten wir jedes Land, ein Ministerium oder Staatssekretariat mit seiner Diaspora beauftragt, zu bilden.

Lasst uns einen Appell an die europäische Union richten, damit im Rahmen des Vertrags von Lomé, der “europäischen Übereinstimmung “ (2006/C 46/01) der euro-afrikanischen Ministerkonferenz über Migration und Entwicklung und der allgemeinen Entwicklungshilfe Politik spezielle Einrichtungen eingestellt werden, um die freiwillige Rückkehr und die zirkuläre Migration der afrikanischen Studenten am Ende ihres Studiums zu ermutigen. Die Gründung von Unternehmen, genauso gut wie von medizinischen und sozialen Zentren für Ärzte und Forschungszentren für Ingenieur, Agronom und Architekten, müssen unterstützt werden, usw.

Lasst uns einen Appell an die örtlichen Gemeinschaften (Regionen, Provinzen, Rathäuser) richten, damit sie ein Teil ihrer jährlichen Geldmittel für die Unterstützung der Projekte von freiwilligen Rückkehrern und für die zirkuläre Migration der afrikanischen Studenten am Ende ihres Studium investieren.

Lasst uns einen Appell an die europäischen Hilfsorganisationen richten, damit sie Zuschüsse suchen, um die Rückkehr Projekte zu begleiten und zu finanzieren.

Lasst uns die Regierungen der Herkunfts- und Empfangsländer, die internationalen, nationalen und regionalen Banken und Finanzinstitute, so wie die UN und andere internationalen Organisationen, die für den Kampf gegen den Armut arbeiten,bitten

  • zusammenzuarbeiten und die Bereitstellung von Geldmitteln zu schaffen, um die freiwilligen Rückkehr Projekte und zirkuläre Migration der studentischen Diaspora zu finanzieren
  • Eine direkte Kooperation mit der studentischen Diaspora ins Leben zu rufen und Strukturen herzustellen, um diese Kooperation zu verwalten.
  • Die Instrumente und die Einrichtungen zu entwickeln, um die zirkuläre Migration und die freiwillige Rückkehr der studentischen Diaspora zu ermutigen.

Lasst uns das Vereinsleben der studentischen Diaspora ermutigen, damit sie für die Themen und Programme im Zusammenhang mit Migration und freiwilligen Rückkehr in ihr Herkunftsland sensibilisiert werden.

Lasst uns die Gründung eines „europäischen Observatorium über zirkuläre Migration und freiwillige Rückkehr der studentischen Diaspora in ihr Herkunftsland“ gründen.

Lasst uns darum bitten, dass diese Erklärung vor allen internationalen Institutionen, besonders die Weltbank, die afrikanische Bank, die afrikanische Union, die europäische Union und die UNO vorgetragen wird.

Lasst uns alle Länder, Organisationen und Institutionen, die an die Entwicklung Afrikas interessiert sind einladen, damit sie zusammen arbeiten um schnell von den Empfehlungen dieser Erklärung gebrauch zu machen.

Lasst uns vorschlagen ein technisches Komitee zu gründen, um die Ausführung der Empfehlungen dieser Erklärung weiterzuverfolgen.

Lasst uns die Stadt Senigallia und die Gegend der Marche (Italien) einladen, die Verbreitung dieses Appells bei den Regierungen und internationalen Institutionen zu übernehmen, ihn bei der nächsten Versammlung der G8 in Aquila in Italien und beim nächsten europäischen Parlament vorzulegen, damit er politisch weiterverfolgt wird.

Angefertigt in Senigallia, 18. Juni 2009

 
Senigallia Erklärung
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